Therapie und Behandlung einer Nagelpilzerkrankung

Mittel gegen Pilze, die sogenannten Antimykotika – gibt es zum Auftragen und auch in Tablettenform. Antimykotika. Sie enthalten Wirkstoffe, welche die Pilze abtöten und ihr weiteres Wachstum hemmen.

Solange lediglich die Nagelschichten nur oberflächlich befallen sind, ist es möglich die Infektion äußerlich mit Tinkturen und Nagellacken mit Antimykotika, behandelt werden. Sind die Pilzsporen allerdings in den Nagelfalz vorgedrungen, reichen ist die interne Behandlung mit Tabletten oder Kapseln das Mittel der Wahl. Der antimykotische Wirkstoff erreicht die Pilzsporen in dem Fall über die Blutbahn und lagert sich im Nagelbett ab.

Die Auswahl des jeweiligen Wirkstoffes trifft der Arzt auf Grund der Ergebnisse der Diagnose der Pilzkultur. Ist die Art des Nagelpilzes nicht genau festgestellt, stehen auch Breitspektrum-Antimykotika zur Verfügung, mit denen viele verschiedene Pilzsorten gleichzeitig bekämpft werden.

Die Behandlung von Nagelpilz ist langwierig!

Bis die Wirkstoffe die Nagelschichten durchdringen und den Nagelpilz erreichen und abtöten, dauert es eine gewisse Zeit. Denn in den luftgefüllten Hohlräumen im Nagel können Pilzsporen über mehrere Wochen bis hin zu mehreren Jahren überleben. Medikament erreichen sie Sporen einfach nicht. Weder durch eine Therapie von innen noch von außen.

medikamente

Medikamente erreichen leider nicht ihre gewünschte Wirkung bei Nagelpilz

Um die Hohlräume aufzubrechen, gibt es Salben, die zusätzlich auf den betroffenen Nagel aufgetragen werden. Sie enthalten Wirkstoffe in hohen Konzentrationen die, die oberen Nagelschichten aufzulösen. Dadurch können Antimykotika besser und schneller in die tieferen Nagelschichten eindringen. Die luftgefüllten Hohlräume, mit den darin enthaltenen Pilzsporen werden freigelegt. Der Pilz wird gänzlich abgetötet. Die Alternative zu den aggressiven Salben ist das mechanische Abtragen des Nagels mittels einer speziellen Fräse.

Die Antimykotika müssen regelmäßig und über einen langen Zeitraum aufgetragen werden – bis nur gesundes Nagelmaterial vorhanden ist. Mit einer Therapie von drei Monaten muss man bei einer Tablettenverabreichung rechnen. Mit Pilz-Nagellack dauert die Therapie um die sechs Monate.

Lasertherapie bei Nagelpilz

2010 wurde ein Laser zur Behandlung von Nagelpilzen zugelassen. Der gepulste Infrarotlaser inaktiviert die Pilzstrukturen, ohne den befallenen Nagel zu schädigen. Nach Angaben des Herstellers Pinpointe USA, Inc sollen 68 bis 81 % der Patienten bereits mit einer einzigen Behandlung mit einer Aufklärung der Nägel rechnen können. 81 % der behandelten Patienten soll eine der Klärung nach 12 Monaten aufweisen können. Diese Behandlung ist ohne Nebenwirkungen und dauert nur wenige Minuten. Mittlerweile bieten viele Hautärzte eine Lasertherapie an. Sie wird jedoch von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht übernommen.

Naturheilkunde ist bei Nagelpilz auch erfolgreich

In der Naturheilkunde wird der befallene Nagelteil abgeschliffen und dann wird der Bereich wochenlang morgens und abends mit 5-25%igem Essig oder Essigessenz betupft. Der Pilz braucht um zu gedeihen ein basisches Milieu und bildet sich durch die Säure der Essigbehandlung gehemmt langsam zurück, während der gesunde Nagel nachwächst.

Wie Forscher gezeigt haben, kann Lavendelöl schon in geringen Konzentrationen einige Hefe- und Fadenpilze abtöten, die für Haut- und Nagelpilzerkrankungen beim Menschen verantwortlich sind. Auch noch weitere ätherische Öle werden in der Naturheilkunde angewendet.   Ein verbreitet sind mentholhaltige Salben (Tiger Balm, Vaporub), und die äußerliche Anwendung von Teebaumöl. Allerdings können diese Therapien gegen einen stärkeren Pilzbefall nichts ausrichten.

fusspflegeVorbeugen von Nagelpilz

Einer Pilzinfektion der Nägel entgehen Sie durch die richtige Vorbeugung:

  • In öffentlichen Einrichtungen (Saunen, Schwimmbädern, Hotels) stets Badeschuhe tragen.
  • ist jemand erkrankt – Handtücher, Socken, Bettwäsche und Badematten bei höheren Temperaturen über 60°C Grad waschen; oder kochen.
  • Bequeme Schuhe tragen. Die richtige Passform und ein atmungsaktives Material sind wichtig. Lederschuhe oder moderne Mikrofaserschuhe tragen.
  • Turnschuhe meiden
  • jeden Tag Schuhe wechseln
  • Socken aus natürlichen Materialien anziehen und täglich wechseln.
  • Nägel regelmäßig pflegen
  • Diabetes mellitus behandeln lassen

Sind Sie bereits mit Nagelpilz angesteckt müssen Sie folgendes beachten:

  • Wer infiziert ist, sollte jeweils ein eigenes Handtuch für die Füße und die Hände benutzen und es täglich wechseln
  • Geräte zur Nagelpflege wie Schere oder Feile sowie die Hände nach jeder Berührung mit dem infizierten Nagel sehr sorgfältig reinigen. Die hochgradige Ansteckungsgefahr anderer Körperregionen ist hoch.
  • Socken bei mindestens 60° Celsius waschen dabei werden Pilze abgetötet.
  • während und nach der Therapie Zusätzlich Socken und Schuhe desinfizieren, um eine erneute Infektion zu vermeiden
  • Nicht barfuß laufen um andere nicht anzustecken

Fazit

Fuß- und Nagelpilz muss gezielt und lange genug behandelt werden. Maßnahmen zur Vorbeugung sind wichtig und können auch zusätzlich in Gruppen und Seiten wie hier auf Facebook mit anderen Nagelpilzpatienten diskutiert werden. Wäsche und Schuhe regelmäßig desinfizieren und feuchtes Miller rund um die Füße meiden. Ist man mit Nagelpilz befallen am besten sofort den Arzt aufsuchen, nicht erst wenn der Befall schon weil fortgeschritten ist. Nach der Heilung immer auf hohe Hygiene achten um einen neuen Befall zu vermeiden.

 

 

Welche Ursachen haben Nagelpilzerkrankungen?

Ausgelöst wird die Infektion des Nagels, ganz gleich ob es ein Finger- oder ein Fußnagel ist, meist von Fadenpilzen. Am häufigsten ist die Gattung Trichophyton rubrum anzutreffen. Hefe- oder Schimmelpilze können ebenfalls als Ursache für Nagelpilz gefunden werden. Dermatophyten oder Fadenpilze finden ideale Lebensbedingungen an den menschlichen Nägeln. Denn sie ernähren sich von Keratin der Hornsubstanz, die in und Nägeln, Haut und auch Haaren vorkommt.

Fadenpilze lieben eine feucht und warme Umgebung. Dementsprechend siedeln sie sich gerne in Zehenzwischenräumen, Hautfalten, Leistenbeugen und Achseln bevorzugt an. Hier finden sie ein feucht-warmes Klima vor, in dem sie sich wohl fühlen und gut vermehren können.

barfuss-im-schwimmbad

Vorsicht an barfussläufigen Orten wie öffentlichen Bädern, Saunen und Fitness-Studios

Nagelpilz ist oft die Folge einer Fußpilzerkrankung, die auf die Nägel übergegriffen hat. Die direkte Nagelinfektion ist allerdings auch möglich. Oft kommt es zur Infektion mit Nagel- und Fußpilz dort wo viele Menschen barfuß laufen. Das sind öffentliche Bäder, Saunen, Fitness-Studios, in Duschen und auch den Umkleidekabinen von Sportvereinen und Fitnessstudios. Die Pilze werden über direkten Kontakt mit dem befallenen Hautschuppen übertragen.

Wer hat ein erhöhtes Risiko Nagelpilz zu bekommen?

Die allgemeine Gefahr eine Pilzerkrankung zu bekommen steigt mit dem Alter an. Altere Menschen haben mehrere Risikofaktoren, durch die sie anfälliger für eine Pilzinfektion werden:

  • schlechtere Durchblutung anhand von Arteriosklerose der Gefäße
  • schwaches Immunsystem durch weitere Erkrankungen und Medikamenten die, die Abwehr unterdrücken
  • Diabetes mellitus
  • Sportler sind ebenfalls gefährdete Personen weil sie viel Kontakt mit potenziellen Trägern haben
  • das Tragen von Sportschuhen sorgt für pilzfreundliche Bedingungen
  • starkes Schweiß-Absondern sorgt unter Berufsgruppen wie: Bauarbeitern bzw. Bergleuten für vermehrte Pilzinfektionen

Übertragung von Nagelpilzen

Der Nagelpilzerreger wird ähnlich wie der Fußpilzerreger über Schmier- oder Kontaktinfektion übertragen. Die Infektion erfolgt auf direktem Weg von Mensch zu Mensch oder bei einer gemeinsamen Nutzung von nicht desinfizierten Fläche und Gegenständen (Abtrocknungstücher) bzw. Kleidungsstücken (Strümpfe, Schuhe). Eine Ansteckung erfolgt meist überall dort, wo Menschen barfuß laufen. Eine feuchte Umgebung begünstigt den Nagelpilz. Fußschweiß mangelnde oder unzureichende Fußdesinfektion und zu schwaches Abtrocknen sowie zu enges Schuhwerk sind mögliche Ursachen. Der Nagelpilzinfektion geht meist eine Fußpilzerkrankung (Tinea pedum) voraus, die nicht oder nicht ausreichend behandelt wurde. Verschiedene Krankheiten erhöhen durch schwächen der natürlichen Körperabwehr die Infektionsgefahr.

Es gibt zwei Arten von Pilzerkrankungen der Nägel:

  • die Invasion, bei der die Erreger von unter den Nagels eindringen
  • die weiße oberflächliche mycotische Infektion (leukonychia trichophytica). Bei dieser dringen die Erreger von der Nageloberfläche her ein. Eine weiße Nagelverfärbung ist die Folge.

Symptome des Nagelpilzes

Grob beschrieben stellt sich ein Befall wie folgt dar: Die Nägel werden dicker und verändern ihre Farbe, dann werden sie brüchig bis krümelig. Der Befall zeigt sich zu Beginn am vorderen Nagelrand. Von hier aus befallen die Pilzsporen die ganze Nagelplatte und beeinflussen die Struktur des ganzen Nagels: Das Keratin, die eigentliche Nagelsubstanz wird vom Pilz langsam aufgelöst. Das führt wird dicker und verfärbt sich von weiß bis gelb-braun.

Bei Fadenpilzen fangen die Veränderungen zuerst am vorderen Nagelrand an. Die Infektion mit Hefepilzen zeigt die erste Verfärbung am Nagelwall, wo der Nagel aus dem Finger herauswächst. Unternimmt man nichts, werden die Nägel rau und brüchig bis sie krümelig sind. Die Nagelplatte lockert sich vom Nagelbett und hebt sich sogar zum Teil ab. Wenn das Nagelbett auch betroffen ist, meist ist es mitbetroffen, wird der neu gebildete Nagel gleich beim heranwachsen mit dem Pilz befallen.

Typische Symptome bei Nagelpilzbefall sind also:

  1. Brüchige Nägel und hin zur Abspaltung von Nagelschichten
  2. weiße Streifen und Flecken in der Nagelstruktur
  3. weiße bis gelb-braune Verfärbungen
  4. entzündetes Nagelbett
  5. Verdickung der Nagelplatte

Komplikationen bei Nagelpilz

Nagelpilzerkrankungen stellen keine Lebensbedrohung dar, doch können sie große Schmerzen verursachen und die Funktion des betroffenen Gliedes Fuß oder Finger stark beeinträchtigen. Die meisten vom Nagelpilz betroffenen Personen haben Beschwerden beim Greifen und Gehen.

Pilzinfektionen eines oder mehrerer Nägel können für andere Erkrankungen das Tor zum Körperinneren öffnen. Die Pilzsporen verursachen kleinste Verletzungen am Nagel, durch Mikroorganismen wie Bakterien und Viren Eindringen können.

Mögliche Komplikationen sind ebenfalls: Das Ausfallen des gesamten Nagelst der Zerstörung des Nagelbettes sowie der Befall von benachbarten weiterern Nägeln.

Bei den unterschiedlichen Nagelpilzarten sind im fortgeschrittenen Stadium die folgenden gemeinsamen Krankheitsanzeichen zu finden:

  • stumpfe Nägel
  • weiß oder gelbe Farbveränderugen am Nagelrand
  • weiße, gelbe bis grau-braune Flecken in der Nagelplatte
  • Verdickungen der Nagelplatte
  • Brüchigkeit des Nagels

Diagnostik des Nagelpilzes

Ein Arzt erkenn einen Nagelpilzbefall auf den ersten Blick. Um zweifelsfrei den Verursacher der Nagelerkrankung festzustellen, muss er von dem betroffenen Nagel Hornteile abschaben, die mikroskopisch untersucht werden. Die Pilzinfektion zeigt Hyphen im Untersuchungspräparat und die Diagnose steht unmittelbar fest. Die genaue Identifizierung der Pilzerregerpilz für eine gezielte Auswahl des antimykotischen Wirkstoffs wird eine Zellkultur angezüchtet. Dieser Prozess dauert allerdings drei Wochen. Dann steht fest welche Pilzart es ist und die gezielte Behandlung mit dem richtigen Wirkstoff kann beginnen. Je genauer man die Diagnose stellt umso besser und effektiver kann der Pilz bekämpft werden.

Seit kurzem setzt sich die molekulare Diagnostik mehr und mehr durch. Dabei kann das Erbgut der Pilze eindeutig mittels PCR festgestellt werden. In einem von der Uniklinik Dresden mitentwickelten im Handel erhältlichen Test wurde eine genauere Diagnose möglich. Die molekulare Diagnostik ist der herkömmlichen Mikroskopie und Pilzkultur deutlich überlegen. Weitere Vorteile sind die genaue Nachweisbarkeit von abgestorbenen Erregern, der Nachweis von Infektionen mit einer Mischung von Pilzen und vor allem die kurze Zeitspanne der Laboruntersuchung von bis zu drei Tagen gegen die drei Wochen der Anzucht in der Petrischale.

Abgrenzen muss der Arzt auch den Nagelpilz von einer Nagelpsoriasis, Ekzemnägeln und gelegentlich auch von dem Lichen ruber planus also dem des Nagelorgan. Auch eine angeborene bzw. erworbene chronische Nageldystrophie muss differenziert werden von der Nagelpilzerkrankung.